Warum der Dispo zu den teuersten Krediten überhaupt zählt – und welche Alternativen deutlich günstiger sind.
Der Dispokredit (kurz: Dispo) ist der eingeräumte Überziehungsrahmen auf deinem Girokonto. Er wirkt bequem, weil er automatisch greift, sobald dein Konto ins Minus rutscht – genau diese Bequemlichkeit lässt sich die Bank teuer bezahlen.
Anders als bei einem klassischen Ratenkredit prüft die Bank beim Dispo keine gesonderte Bonität für den konkreten Betrag, den du gerade nutzt – der Rahmen steht dir jederzeit zur Verfügung. Dieses Risiko kompensiert die Bank mit einem deutlich höheren Zinssatz, der in der Praxis oft zwischen 8 % und 12 % pro Jahr liegt, teils sogar darüber.
Wichtig zu wissen: Die Bank berechnet Zinsen tagesgenau nur auf den Betrag, den du tatsächlich im Minus bist – nicht auf deinen gesamten eingeräumten Dispo-Rahmen. Stehst du beispielsweise für 10 Tage mit 500 € im Minus bei einem Zinssatz von 10 % p.a., zahlst du dafür ungefähr 1,37 € Zinsen. Das Problem entsteht meist nicht durch kurze Ausreißer, sondern durch eine dauerhafte Nutzung – wer über Monate hinweg im Dispo bleibt, zahlt schnell mehrere hundert Euro Zinsen im Jahr.
Für wenige Tage im Monat ist der Dispo ein akzeptables Sicherheitsnetz. Sobald du aber über mehrere Monate hinweg regelmäßig im Minus stehst, lohnt sich fast immer ein Wechsel zu einer günstigeren Finanzierungsform – die Zinsersparnis kann schnell mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen.
| Option | Typischer Zinssatz | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Dispokredit | 8 – 12 % p.a. | Nur für wenige Tage im Monat |
| Rahmenkredit | 5 – 9 % p.a. | Flexibler Bedarf, aber regelmäßiger als beim Dispo vertretbar |
| Ratenkredit (Umschuldung) | 4 – 8 % p.a. | Fester Betrag, planbare monatliche Rate |
Ein Rahmenkredit funktioniert ähnlich flexibel wie der Dispo, wird aber meist mit einer gesonderten Bonitätsprüfung vergeben und hat dadurch oft einen spürbar niedrigeren Zinssatz. Wer einen konkreten, bekannten Betrag dauerhaft zurückzahlen möchte, fährt mit einem klassischen Ratenkredit zur Umschuldung des Dispos meist am günstigsten – die Rate ist fest, die Rückzahlung planbar, und der Zinssatz liegt oft deutlich unter dem des Dispos.
Zuerst lohnt sich ein Gespräch mit deiner Bank: Dispo-Zinssätze sind oft verhandelbar, besonders wenn du schon länger Kunde bist oder ein regelmäßiges Gehalt nachweisen kannst. Zweitens solltest du prüfen, ob ein Kontowechsel zu einer Bank mit günstigeren Dispo-Konditionen sich lohnt. Und drittens: Wer dauerhaft im Minus steht, sollte konkret durchrechnen, ob eine Umschuldung in einen Ratenkredit die Zinslast senkt – oft lohnt sich das schon ab wenigen hundert Euro dauerhaftem Dispo-Saldo. Wie ein konkreter Abbauplan für einen bereits bestehenden Dispo-Saldo aussehen kann, zeigt unser Ratgeber Dispo abbauen.