Rückkaufgarantien klingen nach vollständigem Schutz – die Realität ist etwas komplizierter.
Zahlt ein Kreditnehmer seine Rate nicht zurück, greifen bei den meisten Plattformen zunächst Mahnverfahren und Inkassomaßnahmen. Viele Plattformen bieten zusätzlich eine sogenannte Rückkaufgarantie (Buyback Guarantee) an: Der Kreditvermittler verpflichtet sich, ausgefallene Kredite nach einer bestimmten Frist – meist 30 bis 60 Tage Zahlungsverzug – zum Nennwert zurückzukaufen.
Das klingt zunächst nach vollständigem Schutz vor Ausfällen – ist es aber nicht ganz. Die Garantie ist nur so werthaltig wie die finanzielle Stabilität des garantiegebenden Unternehmens selbst.
Eine Rückkaufgarantie verlagert das Ausfallrisiko lediglich vom einzelnen Kreditnehmer auf den Kreditvermittler – das Risiko verschwindet nicht, es wandert nur eine Ebene weiter. Gerät der Vermittler selbst in finanzielle Schwierigkeiten, etwa weil zu viele Kredite gleichzeitig ausfallen, kann die Garantie faktisch ins Leere laufen. Das ist in der Vergangenheit bei mehreren P2P-Plattformen in Krisenzeiten tatsächlich vorgekommen. Eine Garantie ist deshalb ein zusätzlicher Schutzmechanismus, keine absolute Sicherheit wie eine gesetzliche Einlagensicherung.
Bei P2P-Investments solltest du zwei Risiken getrennt betrachten: das Kreditrisiko (fällt der einzelne Kreditnehmer aus?) und das Plattformrisiko (bleibt der Vermittler oder Garantiegeber selbst zahlungsfähig?). Eine Rückkaufgarantie adressiert nur das erste Risiko – gegen das zweite hilft nur, dein Kapital über mehrere unabhängige Plattformen zu streuen.
Manche Plattformen, etwa im Immobilienbereich, vergeben ausschließlich besicherte Kredite – im Ausfallfall existiert dann eine Sicherheit (z. B. eine Grundschuld), die verwertet werden kann, um zumindest einen Teil des investierten Kapitals zurückzuholen. Das senkt das Risiko tendenziell, schließt einen Verlust aber nicht vollständig aus, da eine Sicherheitenverwertung Zeit kostet und der erzielte Erlös unter dem ursprünglichen Kreditbetrag liegen kann.