Bei P2P-Krediten ist Streuung kein Nice-to-have, sondern die zentrale Risikosteuerung.
Bei einem breiten ETF ist Diversifikation bereits eingebaut – bei P2P musst du sie dir selbst erarbeiten. Investierst du dein gesamtes Kapital in wenige große Kredite, kann der Ausfall eines einzelnen Kreditnehmers einen spürbaren Teil deines Kapitals kosten.
Viele erfahrene P2P-Anleger orientieren sich deshalb an mehreren hundert einzelnen Krediten, jeweils mit kleinen Beträgen – eine gängige Faustregel ist, nicht mehr als 0,5 bis 1 % des gesamten P2P-Kapitals in einen einzelnen Kredit zu investieren. Bei einem Ausfall wirkt sich das dann kaum auf die Gesamtrendite aus.
Manuell hunderte einzelne Kredite auszuwählen wäre in der Praxis kaum machbar – deshalb bieten die meisten Plattformen eine Auto-Invest-Funktion an. Du legst einmal Kriterien fest, etwa den maximalen Betrag pro Kredit, gewünschte Laufzeiten oder eine Mindestbonitätsklasse, und die Plattform verteilt dein Kapital automatisch nach diesen Vorgaben auf viele einzelne Kredite – ähnlich wie ein Sparplan bei ETFs, nur eben für einzelne Kreditforderungen statt Fondsanteile.
Viele Kredite auf einer einzigen Plattform zu halten, schützt dich vor dem Ausfall einzelner Kreditnehmer – nicht aber davor, dass die Plattform selbst in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Für echte Risikostreuung solltest du dein Kapital zusätzlich auf mehrere unabhängige Plattformen verteilen, wie im Ratgeber Plattform-Vergleich beschrieben.
Neben der Streuung über einzelne Kredite und Plattformen lohnt sich ein Blick auf die Laufzeiten: Wer ausschließlich in langfristige Kredite investiert, bindet sein gesamtes Kapital für lange Zeit. Eine Mischung aus kurz- und langfristigen Krediten sorgt dagegen für regelmäßige Liquidität, wenn Kredite planmäßig zurückgezahlt werden, und gibt dir mehr Flexibilität, auf Marktveränderungen zu reagieren.