Rechtlich geregelt

Pfändung & P-Konto: Freibetrag, Schutz und was zu tun ist

Ein P-Konto schützt einen gesetzlich festgelegten Betrag deines Guthabens automatisch vor dem Zugriff von Gläubigern.

Dieser Ratgeber bietet eine sachliche Einordnung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei einer konkreten Pfändung oder Unsicherheit zu deinem Fall wende dich an eine Verbraucherzentrale, eine Schuldnerberatung oder einen Anwalt.
Einordnung

Was bedeutet eine Kontopfändung?

Bei einer Kontopfändung greift ein Gläubiger mit einem gerichtlichen Titel auf das Guthaben eines Bankkontos zu.

Ohne besonderen Schutz kann eine Pfändung theoretisch das gesamte vorhandene Guthaben erfassen. Genau hier setzt das P-Konto an: Es sorgt dafür, dass ein bestimmter Betrag automatisch für den Lebensunterhalt verfügbar bleibt, ohne dass dafür ein Gericht eingeschaltet werden muss.


Schutzmechanismus

Was ist ein P-Konto?

Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist ein normales Girokonto, das auf Antrag mit einem eingebauten Pfändungsschutz geführt wird.

Aktueller Grundfreibetrag: 1.590 € pro Monat

Seit dem 1. Juli 2026 gilt auf dem P-Konto ein automatischer Grundfreibetrag von 1.590 Euro pro Kalendermonat. Dieser Betrag ist unabhängig vom Einkommen für alle gleich hoch und wird ohne zusätzlichen Antrag gewährt, sobald das Konto als P-Konto geführt wird. Die Freigrenzen werden jährlich zum 1. Juli angepasst.

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Automatischer Schutz

Der Grundfreibetrag gilt ohne Nachweis, sobald das Konto als P-Konto geführt wird.

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Höherer Freibetrag möglich

Bei Unterhaltspflichten oder bestimmten Sozialleistungen kann der Freibetrag mit einer Bescheinigung erhöht werden.

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Jederzeit umwandelbar

Ein bestehendes Girokonto kann jederzeit in ein P-Konto umgewandelt werden – auch rückwirkend bei bereits laufender Pfändung.


Vorgehen

Was du bei einer drohenden Pfändung tun kannst

1
Konto rechtzeitig umstellen

Bei der eigenen Bank kann ein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umgewandelt werden.

2
Bescheinigung prüfen

Bei Unterhaltspflichten oder Sozialleistungen kann eine Bescheinigung den Freibetrag erhöhen.

3
Beratung suchen

Bei Unsicherheiten zu deinem konkreten Fall hilft eine Verbraucherzentrale oder Schuldnerberatung weiter.


Größeres Bild

Der Weg dorthin – und wie du ihn vermeiden kannst

Eine Pfändung ist meist das Ende einer längeren Kette: unbezahlte Rechnung, Mahnung, Inkasso, gerichtlicher Titel.

Wer frühzeitig reagiert – bei einer Mahnung oder spätestens bei Inkasso – kann eine Eskalation bis zur Pfändung in vielen Fällen vermeiden. Eine vollständige Schuldenübersicht hilft dabei, keine Forderung zu übersehen.


Umsetzung

Behalte den Überblick, bevor es eskaliert

Halte deine Forderungen frühzeitig schriftlich fest, um rechtzeitig reagieren zu können.

Schulden erfassen und Überblick behalten →


FAQ

Häufige Fragen

Was ist ein P-Konto? ▾
Ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) ist ein normales Girokonto mit eingebautem Pfändungsschutz. Ein bestimmter Grundbetrag bleibt automatisch vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt, ohne dass dafür ein Gericht eingeschaltet werden muss.
Wie hoch ist der Grundfreibetrag auf dem P-Konto? ▾
Seit dem 1. Juli 2026 liegt der automatische Grundfreibetrag auf dem P-Konto bei 1.590 Euro pro Kalendermonat. Der Betrag wird regelmäßig zum 1. Juli angepasst.
Muss ich für den Grundfreibetrag einen Antrag stellen? ▾
Nein. Sobald ein Konto als P-Konto geführt wird, gilt der Grundfreibetrag automatisch, ohne zusätzlichen Nachweis.
Kann der Freibetrag höher sein als der Grundbetrag? ▾
Ja, zum Beispiel bei Unterhaltspflichten oder bestimmten Sozialleistungen. Dafür ist in der Regel eine Bescheinigung nötig, etwa von der Schuldnerberatung, dem Arbeitgeber oder dem Sozialleistungsträger.
Wie schnell sollte ich mein Konto in ein P-Konto umwandeln? ▾
Idealerweise, bevor eine Kontopfändung eintritt. Eine Umwandlung ist aber auch rückwirkend noch möglich, wenn eine Pfändung bereits vorliegt.
Kostet ein P-Konto zusätzliche Gebühren? ▾
Die Bank darf für die Führung eines P-Kontos in der Regel keine höheren Gebühren verlangen als für ein vergleichbares reguläres Girokonto.

Verschaffe dir frühzeitig Klarheit.

Halte deine Schulden schriftlich fest, bevor eine Situation eskaliert.

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