Ein negativer Schufa-Eintrag kann Handyvertrag, Kredit oder Wohnung kosten. Hier erfährst du, wie lange Einträge gespeichert bleiben und was du tun kannst.
Die Schufa ist die bekannteste Wirtschaftsauskunftei in Deutschland und sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Sie ist damit aber nicht die einzige: Auch CRIF Bürgel und Creditreform Boniversum führen vergleichbare Datenbestände und werden von Unternehmen abgefragt, teils parallel zur Schufa.
Für Verbraucher bedeutet das: Ein bereinigter Schufa-Eintrag allein garantiert noch nicht, dass auch bei den anderen Auskunfteien alles sauber ist – bei größeren Problemen lohnt sich ein Blick auf mehrere Auskunfteien gleichzeitig.
Nicht nur Banken fragen vor einem Kredit die Schufa ab. Auch Mobilfunkanbieter vor einem Vertragsabschluss, Online-Händler bei Rechnungskauf und viele Vermieter vor der Wohnungsübergabe prüfen die Bonität – und können bei einem negativen Eintrag ablehnen, unabhängig davon, wie gut das eigentliche Einkommen ist.
Genau deshalb lohnt es sich, negative Einträge möglichst zu verhindern oder frühzeitig zu bereinigen: Sie verschwinden nicht sofort wieder, sondern bleiben je nach Art des Eintrags mehrere Monate bis mehrere Jahre gespeichert.
| Art des Eintrags | Speicherdauer |
|---|---|
| Kredit-/Konditionsanfrage | 12 Monate (für Vertragspartner meist nur 10 Monate sichtbar) |
| Erledigte Forderung (seit 01/2025) | 18 Monate |
| Restschuldbefreiung nach Insolvenz | 6 Monate |
| Fehlerhafter/veralteter Eintrag | Sofortige Löschung möglich |
Fristen basieren auf dem aktuellen Verhaltenskodex der Auskunfteien und einem EuGH-Urteil zur Restschuldbefreiung (Az. C-26/22, C-64/22). Der Einzelfall kann abweichen.
Der Score soll Vertragspartnern die Wahrscheinlichkeit anzeigen, mit der du deinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommst. Seit März 2026 nutzt die Schufa dafür eine neue, transparentere Skala von 100 bis 999 Punkten statt der vorherigen Prozentangabe – je höher der Wert, desto besser die eingeschätzte Bonität.
Wer bei vielen verschiedenen Banken gleichzeitig einen echten Kreditantrag stellt, kann dadurch seinen Score spürbar verschlechtern – zu viele Anfragen in kurzer Zeit wirken auf Auskunfteien wie ein Warnsignal. Unverbindliche Konditionsanfragen, bei denen ausdrücklich kein Vertragsabschluss geprüft wird, wirken sich dagegen in der Regel nicht negativ aus.
Jeder hat das Recht auf eine kostenlose Datenkopie pro Jahr (Art. 15 DSGVO), die zeigt, welche Daten über dich gespeichert sind. Das ist der erste Schritt, um zu prüfen, ob Einträge korrekt und aktuell sind.
Bei umfangreicheren Situationen – etwa vielen verschiedenen Gläubigern oder größeren Schulden – kann sich zusätzlich ein kostenpflichtiger Live-Zugang lohnen, der Änderungen laufend anzeigt, statt nur eine Momentaufnahme einmal im Jahr zu liefern. Die zugehörige App macht es zusätzlich praktisch, den eigenen Score und neue Einträge jederzeit im Blick zu behalten.
Nicht jeder Eintrag ist zurecht dort, wo er steht. Fehlerhafte, veraltete oder doppelt gemeldete Einträge müssen auf Antrag sofort gelöscht oder korrigiert werden – Grundlage dafür ist das Recht auf Löschung nach Art. 17 DSGVO.
Kostenlose Selbstauskunft anfordern und alle gespeicherten Einträge durchgehen.
Prüfen, ob Fristen abgelaufen sind, Forderungen längst beglichen wurden oder Daten schlicht falsch zugeordnet sind.
Schriftlich bei der Auskunftei und ggf. beim ursprünglichen Gläubiger Korrektur oder Löschung verlangen.
Die eigene Schufa-Auskunft ist mehr als nur ein Blick auf den Score – sie ist ein praktisches Hilfsmittel, um Schulden zu erfassen, zu ordnen und zu erledigen. Gerade wenn der Überblick über einzelne Gläubiger verloren gegangen ist, tauchen in der Auskunft oft noch alte, längst in Vergessenheit geratene Einträge auf, die sonst leicht übersehen würden.
Sobald du weißt, welche Forderungen tatsächlich noch offen sind, lässt sich daraus eine vollständige Schuldenübersicht erstellen – die Grundlage für jeden weiteren Schritt zur Schuldenfreiheit.
Halte alle Forderungen, die dir bei der Auskunft auffallen, in einer eigenen Schuldenübersicht fest und behalte so den Überblick über Status und Zahlungen.