Du investierst regelmäßig den gleichen Betrag und erhältst dadurch automatisch einen günstigeren Durchschnittspreis – ohne perfektes Timing.
Beim Cost-Average-Effekt investierst du jeden Monat denselben Betrag – unabhängig vom aktuellen Kurs. Wenn die Preise niedrig sind, kaufst du mehr Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger. Dadurch ergibt sich über die Zeit ein ausgeglichener Durchschnittspreis.
Beispiel: Du investierst 100 € pro Monat. Der Kurs schwankt.
| Monat | ETF-Kurs | Investiert | Anteile |
|---|---|---|---|
| Januar | 50 € | 100 € | 2,00 Anteile |
| Februar | 40 € | 100 € | 2,50 Anteile (günstiger!) |
| März | 60 € | 100 € | 1,67 Anteile (teurer!) |
| Gesamt | Ø 50 € | 300 € | 6,17 Anteile zu Ø 48,62 € |
Durch die Schwankungen kaufst du meist zu einem günstigeren Durchschnittspreis als wenn der Kurs immer gleich wäre.
Hier lohnt sich Ehrlichkeit: Statistisch betrachtet schneidet eine Einmalanlage über lange Zeiträume häufiger besser ab als verteiltes Investieren – einfach, weil Aktienmärkte historisch öfter steigen als fallen. Wer also bereits eine größere Summe zur Verfügung hat, ist mit einer Einmalanlage im statistischen Mittel meist etwas im Vorteil.
Der eigentliche Wert des Cost-Average-Effekts liegt woanders: Für alle, die ohnehin nur monatlich Geld übrig haben – also die meisten Sparplan-Nutzer – ist er schlicht kein Vergleich zur Einmalanlage, sondern die einzig realistische Option. Und psychologisch nimmt er dir die Entscheidung ab, wann der "richtige" Einstiegszeitpunkt ist – eine Frage, die selbst Profis zuverlässig nicht beantworten können.
Gerade in Abschwungphasen arbeitet der Cost-Average-Effekt am stärksten für dich – du kaufst dann automatisch mehr Anteile zu günstigeren Preisen. Wer den Sparplan bei fallenden Kursen pausiert, verschenkt genau den Vorteil, den die Strategie eigentlich bieten soll.
Das Prinzip bleibt über längere Zeiträume gleich – hier ein Beispiel mit stärkeren Kursschwankungen inklusive eines zwischenzeitlichen Einbruchs.
| Jahr | Durchschnittskurs | Investiert | Anteile erworben |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 100 € | 2.400 € | 24,0 |
| Jahr 2 | 70 € (Einbruch) | 2.400 € | 34,3 (günstig!) |
| Jahr 3 | 90 € | 2.400 € | 26,7 |
| Jahr 4 | 110 € | 2.400 € | 21,8 |
| Jahr 5 | 130 € | 2.400 € | 18,5 |
| Gesamt | Ø 100 € | 12.000 € | 125,3 Anteile |
Der Kursrückgang in Jahr 2 wirkt zunächst negativ, sorgt aber für besonders günstig erworbene Anteile, die beim späteren Kursanstieg überproportional zum Endergebnis beitragen – ein zentraler Vorteil regelmäßigen Investierens gerade in volatilen Marktphasen.
Dein tatsächlicher Einstandspreis (12.000 € ÷ 125,3 Anteile) liegt mit 95,80 € unter dem simplen Durchschnitt der fünf Jahreskurse (100 €) – weil in Jahr 2 mehr Anteile zum günstigen Kurs gekauft wurden. Bei einem Endkurs von 130 € wäre dein Depot rund 4.290 € mehr wert, als du eingezahlt hast.
Ein automatischer Sparplan sorgt dafür, dass du auch in unsicheren Marktphasen konsequent investierst, statt emotional zu reagieren.
Monatlich ist der gängigste Rhythmus – wichtiger als die genaue Frequenz ist die Konsequenz, mit der du dabei bleibst.
Gerade in Abschwungphasen den Sparplan zu pausieren, kehrt den eigentlichen Vorteil des Cost-Average-Effekts ins Gegenteil um.