Welcher Index passt zu dir – und worauf solltest du bei der Auswahl überhaupt achten?
Ein ETF bildet einen Index nach – welcher Index das ist, entscheidet über Streuung, Risiko und Renditepotenzial. Vor der Auswahl lohnt sich ein Blick auf drei Kennzahlen: die TER (laufende Kosten), die Replikationsmethode und das Fondsvolumen.
Die TER (Total Expense Ratio) ist die jährliche Gesamtkostenquote, die automatisch vom Fondsvermögen abgezogen wird – bei guten Welt-ETFs liegt sie meist zwischen 0,15 % und 0,30 %. Die Replikationsmethode beschreibt, wie der ETF den Index nachbildet: physisch (echter Kauf der Aktien) oder synthetisch (über ein Tauschgeschäft mit einer Bank). Und ein ausreichendes Fondsvolumen – idealerweise über 100 Millionen Euro – senkt das Risiko einer vorzeitigen Fondsschließung.
| Index | Abdeckung | Unternehmen | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| MSCI World | 23 Industrieländer | ~1.500 | Klassiker, kein Schwellenland-Anteil |
| FTSE All-World | Industrie- + Schwellenländer | ~4.200 | Breiteste Streuung eines Einzel-ETFs |
| MSCI Emerging Markets | Schwellenländer | ~1.400 | Oft als Beimischung zum MSCI World (80/20) |
| MSCI ACWI | Industrie- + Schwellenländer | ~2.900 | Ähnlich FTSE All-World, etwas engere Auswahl |
| S&P 500 | USA | 500 | Kein Länder-Diversifikation, hohe US-Konzentration |
Ein breiter ETF wie der FTSE All-World deckt bereits mehrere tausend Unternehmen aus über 40 Ländern ab. Wer zusätzlich Schwellenländer übergewichten möchte, kombiniert einen MSCI World mit einem Emerging-Markets-ETF im Verhältnis 80/20 – für die meisten Privatanleger ist das aber eher Feinjustierung als Notwendigkeit.
Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch in den Fonds – das ist für den reinen Vermögensaufbau meist die effizientere Variante, da der Zinseszinseffekt ohne manuelles Zutun weiterläuft. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden dagegen regelmäßig auf dein Verrechnungskonto aus – das eignet sich, wenn du ein passives Zusatzeinkommen aufbauen möchtest, etwa im Hinblick auf einen späteren Entnahmeplan.
Neben einem breiten Welt-ETF als Basis gibt es weitere Bausteine, mit denen sich ein Portfolio gezielt ergänzen lässt – wichtig ist dabei, sie als bewusste Beimischung zu verstehen, nicht als Ersatz für die breite Basis.
Fokus auf einzelne Trends wie Wasserstoff, KI oder Robotik. Hohes Klumpenrisiko, eher spekulative Beimischung als Kernbaustein.
Gewichten Unternehmen nach Merkmalen wie Value, Quality oder Small Caps statt nach Marktkapitalisierung – wissenschaftlich untersucht, aber nicht garantiert überlegen.
Bilden Staats- oder Unternehmensanleihen ab. Schwanken meist weniger stark als Aktien-ETFs, dienen oft der Stabilisierung eines Portfolios.
| Struktur | Zusammensetzung | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| 1-ETF-Lösung | 100 % FTSE All-World | Wer maximale Einfachheit will, kein Rebalancing nötig |
| 80/20-Portfolio | 80 % MSCI World + 20 % Emerging Markets | Wer Schwellenländer bewusst übergewichten möchte |
| Core-Satellite | 70–90 % Welt-ETF + 10–30 % Themen-/Faktor-ETF | Wer eine breite Basis mit gezielter Beimischung kombiniert |
Je mehr Bausteine ein Portfolio hat, desto wichtiger wird Rebalancing, um die ursprüngliche Gewichtung beizubehalten.