Der Hebel ist die zentrale Ursache, warum CFD-Trading so riskant ist – und so oft schiefgeht.
Ein Hebel (Leverage) ermöglicht es, mit einem kleinen Kapitaleinsatz eine deutlich größere Position zu kontrollieren. Bei einem Hebel von 1:30 reichen 3,3 % des Positionswerts als Einsatz – der Rest wird vom Broker quasi "geliehen". Dieser Kapitaleinsatz wird als Margin bezeichnet.
Das Prinzip klingt zunächst attraktiv: Mit 1.000 € Einsatz eine Position im Wert von 30.000 € kontrollieren. Das Problem: Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Steigt der Kurs um 3,3 %, verdoppelt sich dein Einsatz. Fällt er um 3,3 %, ist dein gesamter Einsatz weg.
| Hebel | Nötige Margin | Kursbewegung bis Totalverlust der Margin |
|---|---|---|
| 1:5 | 20 % des Positionswerts | −20 % |
| 1:10 | 10 % des Positionswerts | −10 % |
| 1:30 | 3,3 % des Positionswerts | −3,3 % |
Bei maximalem Hebel (1:30) reicht eine Kursbewegung von nur 3,3 % gegen deine Position, um deinen gesamten Einsatz zu verlieren – eine Schwankung, die bei vielen Instrumenten innerhalb weniger Stunden auftreten kann.
Ein Margin Call ist die Aufforderung des Brokers, zusätzliches Kapital nachzuschießen oder Positionen zu schließen, wenn das verfügbare Guthaben unter einen bestimmten Schwellenwert fällt. Reagierst du nicht rechtzeitig, schließt der Broker die Position automatisch – oft zu einem ungünstigeren Kurs, als du erwartet hättest.
Auch wenn ein Broker einen maximalen Hebel von 1:30 anbietet, bist du nicht verpflichtet, ihn voll auszuschöpfen. Indem du eine kleinere Positionsgröße im Verhältnis zu deinem Gesamtkapital wählst, hältst du den effektiven Hebel selbst niedriger – ein zentraler Baustein guten Risikomanagements, mehr dazu im Ratgeber Risikomanagement.
Die ESMA staffelt den maximalen Hebel für Privatkunden nach Risikoprofil der jeweiligen Anlageklasse – Währungspaare gelten als weniger volatil als Einzelaktien oder Kryptowerte und erlauben daher einen höheren Hebel.
| Anlageklasse | Max. Hebel (Privatkunden) |
|---|---|
| Major-Währungspaare | 1:30 |
| Minor-Währungspaare, Gold, große Indizes | 1:20 |
| Sonstige Rohstoffe, kleinere Indizes | 1:10 |
| Einzelaktien | 1:5 |
| Kryptowerte | 1:2 |
Professionelle Kunden können bei manchen Brokern höhere Hebel beantragen, verzichten dafür aber auf bestimmte Privatkundenschutz-Mechanismen wie das Nachschusspflicht-Verbot.