Vom sicheren Hafen Gold bis zum volatilen Ölmarkt – Rohstoffe ticken anders als klassische Märkte.
Gold gilt historisch als wertstabil in Krisenzeiten, da es nicht von einer einzelnen Volkswirtschaft oder Währung abhängt und nur begrenzt verfügbar ist. In Phasen wirtschaftlicher oder politischer Unsicherheit suchen Anleger deshalb häufig Zuflucht in Gold, was in solchen Phasen den Preis tendenziell stützt.
Physisches Gold bedeutet echten Besitz des Metalls (Barren, Münzen), ein Gold-CFD dagegen ist ein Derivat, mit dem du auf die Kursentwicklung spekulierst, ohne das Metall selbst zu besitzen – entsprechend gehebelt und mit den gleichen Chancen und Risiken wie andere CFD-Produkte.
Viele Rohstoff-CFDs, insbesondere bei Öl, basieren auf Futures-Kontrakten, die ein festes Ablaufdatum haben. Damit deine Position nicht automatisch geschlossen wird, überträgt der Broker sie vor Fälligkeit in den nächstfälligen Kontrakt – dieser Vorgang heißt Rollover und kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein, abhängig von der Preisdifferenz zwischen den beiden Kontrakten.
Die Kontraktgröße legt fest, wie viele Einheiten des Rohstoffs (z. B. Feinunzen bei Gold oder Barrel bei Öl) einem Standard-Kontrakt entsprechen, und beeinflusst damit direkt die Positionsgröße und das eingesetzte Risiko.
Rohstoffe wie Öl können durch geopolitische Ereignisse, Förderentscheidungen oder plötzliche Angebots- und Nachfrageschocks kurzfristig deutlich stärker schwanken als breite Aktienindizes. Diese Volatilität bietet Chancen, erfordert aber striktes Risikomanagement.
Anders als Gold hat Silber einen erheblichen industriellen Verwendungsanteil, etwa in der Elektronik- und Solarbranche. Das führt dazu, dass der Silberpreis stärker auf konjunkturelle Schwankungen reagiert als Gold – Silber gilt deshalb als volatiler und weniger klassischer "Safe Haven", auch wenn es ebenfalls in Krisenzeiten nachgefragt wird.
Manche Trader beobachten das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis (Gold-Silber-Ratio), um relative Über- oder Unterbewertungen zwischen beiden Metallen einzuschätzen – ein Beispiel für eine Mean-Reversion-Idee, wie im Ratgeber Handelsstrategien beschrieben.